Teilnahmeprämien nach Deaflympics - Sportstiftung NRW zeichnet Gehörlosensportlerinnen und -sportler mit 45.500 Euro aus

 

12.03.2026

Mehrere Personen in zwei Reihen vor einem blauem Banner mit der Aufschrift 45.500 Euro

Die Sportstiftung NRW hat 45.500 Euro an Prämien für die Teilnahme an den Deaflympics in Tokio ausgelobt. Bei einer Feierstunde am 12. März in Köln zeichneten Staatssekretärin Andrea Milz und Stiftungsvorstand Dr. Ingo Wolf die nordrhein-westfälischen Athletinnen und Athleten für ihre hochklassigen Leistungen bei den Weltspielen der Gehörlosen im November des vergangenen Jahres aus. Sie wurden mit jeweils 3.500 Euro gewürdigt.

Foto: Sportstiftung NRW / Andrea Bowinkelmann

Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Anerkennung und Sichtbarmachung der Leistungen auf internationalem Topniveau ist ein wichtiger Baustein für gelebte Inklusion im Sport. Unsere gehörlosen Athletinnen und Athleten in Nordrhein-Westfalen sind Botschafter und Vorbilder ihrer Sportarten – wir möchten ihnen als verlässlicher Unterstützer zur Seite stehen.“

Dr. Ingo Wolf, Vorstandsvorsitzender: „Die deaflympische Nachwuchsförderung ist fester Bestandteil unseres Gesamtkonzepts. Die Teilnahmeprämie belohnt Erfolge auf Weltniveau, das diese Sportlerinnen und Sportler zweifelsfrei besitzen. Noch wichtiger ist jedoch ein langfristig stabiles Fördersystem, das insbesondere im Nachwuchsbereich nachhaltig wirkt.“

Delia Gaede, Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft: „Es bedeutet mir viel, dass die Sportstiftung NRW deaflympische Leistungen auf Augenhöhe anerkennt. Jungen Talenten zeigt das eine Perspektive im Gehörlosensport. Die Signalwirkung dieser Prämien erachte ich deshalb als besonders wertvoll.“ Die Sprinterin aus Köln gewann in Tokio Gold mit der 4x100-Meter-Staffel und Silber mit der 4x400-Meter-Staffel.

NRW-Bilanz: 6 Sportarten, 10 Medaillen

 

Athletinnen und Athleten mit Vereinszugehörigkeit (Erststartrecht), Trainings- oder Lebensmittelpunkt in Nordrhein-Westfalen trugen in Tokio mit drei Gold-, vier Silber- und drei Bronzemedaillen maßgeblich zum besten deutschen Gesamtergebnis seit 20 Jahren bei. Deutschland gewann insgesamt 24-mal Edelmetall. NRW-Akteure waren in den Sportarten Beachvolleyball, Bowling, Golf, Handball, Leichtathletik und Tischtennis vertreten.

Förderung im deaflympischen Nachwuchsbereich 

 

Speziell Nachwuchstalente aus deaflympischen Sportarten können sich seit 2023 für eine monatliche Unterstützung bewerben. Unter den aktuell Geförderten nahmen die Leichtathletinnen Jelisa Gräf und Sheila Schlechter, Tischtennisspieler Arda Yenen sowie Thalia Hönig im Bowling an den Deaflympics in Tokio teil.

 

Die Sportstiftung NRW vergibt einmalige Prämien für die Teilnahme an Olympischen, Paralympischen und Deaflympischen Spielen sowie an World Games. Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina 2026 kündigte Ministerpräsident und Kuratoriumsvorsitzender Hendrik Wüst eine Erhöhung der Teilnahmeprämie für Olympische und Paralympische Spiele auf künftig 5.000 Euro an.

Zahlen und Fakten zu den World Games und NRW-Athletinnen und Athleten

 

Tokio war Gastgeber der 25. Summer Deaflympics. Rund 3.000 der besten gehörlosen Sportlerinnen und Sportler der Welt traten in 21 Disziplinen an. 79 Nationen nahmen teil. Deutschland wurden von 67 Athletinnen und Athleten in zwölf Sportarten vertreten. Teilnehmer aus NRW steuerten 10 der 24 deutschen Medaillenerfolge bei (6-mal Gold, 8-mal Silber und 10-mal Bronze).

Die Sportstiftung NRW wurde im Jahr 2000 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung ins Leben gerufen. Schwerpunktmäßig unterstützt sie mündige Nachwuchsathletinnen und -athleten aus olympischen, paralympischen, deaflympischen und World-Games-Sportarten mit einer monatlichen Individualförderung. 2025 feierte die Stiftung 25-jähriges Bestehen. Innerhalb dieser Zeitspanne hat sie über 80 Millionen Euro zur Nachwuchsförderung in NRW beigetragen.