Paralympics in Milano Cortina: Team Sportland.NRW zwischen Silber, Mut und besonderen Momenten

 

16.03.2026

Blick auf die Bühne bei der Abschlussfeier der Paralympics

Zwei Silbermedaillen für Sebastian Marburger, ein historischer Auftritt von Kathrin Marchand, ein emotionaler Sieg des Para Eishockey-Teams nach 20 Jahren sowie ein versöhnlicher Abschluss im Para Ski alpin: Für das Team Sportland.NRW waren die Paralympischen Winterspiele in Milano Cortina geprägt von Erfolgen, Rückschlägen und Geschichten, die in Erinnerung bleiben. Mit acht Aktiven und einem Guide war das Team Sportland.NRW bei den Paralympics in Italien vertreten. Auf Eis und Schnee zeigte die NRW-Auswahl, wie nah sportlicher Erfolg und emotionale Momente bei großen Spielen beieinanderliegen können. 

Foto: picture alliance / Associated Press | Daisuke Urakami

Für einen ganz besonderen Moment noch vor dem Start der Wettkämpfe sorgte Sportland.NRW-Athlet und Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm, dem eine besondere Ehre zuteil wurde. Der fünfmalige Paralympics-Sieger war – neben DBS-Ehrenpräsident Friedhelm Julius Beucher - einer von insgesamt 501 Menschen, die die Fackel der Paralympics vom britischen Stoke Mandeville, dem Ursprung der Spiele für Menschen mit Behinderung, bis nach Verona trugen.

Für die größten sportlichen Höhepunkte aus NRW-Sicht sorgte Sebastian Marburger. Der 28 Jahre alte Langläufer gewann bei seiner Paralympics-Premiere zunächst Silber im Sprint und holte wenige Tage später mit der deutschen offenen 4x2,5-km-Staffel seine zweite Silbermedaille. Gemeinsam mit Theo Bold (Guide Jakob Bold), Linn Kazmaier (Guide Florian Baumann) und Marco Maier fehlten dem deutschen Quartett am Ende nur 5,4 Sekunden auf Gold. 

Para Langlauf: Marchand schreibt Geschichte – Eskau zeigt ihre Klasse

 

Kathrin Marchand hat in Milano Cortina ihre außergewöhnliche Geschichte fortgeschrieben. Die Kölnerin war 2012 und 2016 noch als Ruderin bei Olympischen Spielen am Start, ehe sie 2021 einen Schlaganfall erlitt und über den Para Sport in den Leistungssport zurückkehrte. Nach ihrem Start als Para Ruderin bei den Sommer Paralympics in Paris wagte die 35-Jährige anschließend den Wechsel in den Para Skilanglauf und schaffte in kurzer Zeit auch den Sprung zu den Winter Paralympics – und hat damit ein Stück Sportgeschichte geschrieben. Marchand ist die erste Athletin weltweit, die an drei Spielen teilgenommen hat: Olympische Spiele (2012 und 2016), Paralympische Sommerspiele (2024) sowie Paralympische Winterspiele (2026). Im Para Langlauf Sprint lief sie auf Rang vier und verpasste Bronze nur um 1,9 Sekunden.

Besonders bitter verlief dann allerdings das 10-Kilometer-Rennen in der klassischen Technik. Marchand lag zur Rennhälfte aussichtsreich auf Bronzekurs, ehe sie wegen eines Schwäche- und Schwindelanfalls aufgeben musste. Auch Para Biathletin Andrea Eskau gehörte wieder zu den Gesichtern dieser Spiele. Bei ihren neunten Paralympics zeigte die 54-Jährige einmal mehr ihre Qualität und ihren Kampfgeist. Im Sprint der sitzenden Klasse belegte sie einen starken vierten Platz, gerade einmal 1,9 Sekunden hinter Bronze. 

Para Eishockey sorgt für emotionale Bilder

 

Für große Emotionen sorgte auch das deutsche Para Eishockey-Team mit fünf Aktiven aus dem Sportland.NRW. Bereits die Qualifikation für Milano Cortina war ein besonderer Erfolg, schließlich kehrte Deutschland nach 20 Jahren auf die Paralympics-Bühne zurück. Nach schwierigen Vorrundenspielen gegen China, die USA und Italien folgte im Platzierungsspiel gegen die Slowakei der emotionale Höhepunkt: ein 4:3 nach Verlängerung und damit der erste deutsche Paralympics-Sieg seit zwei Jahrzehnten. Im abschließenden Spiel um Platz fünf musste sich Deutschland Gastgeber Italien mit 2:5 geschlagen geben und beendete das Turnier auf Rang sechs. Trotzdem bleibt dieses Comeback ein voller Erfolg.