„Mini-Paralympics“ am kommenden Wochenende in NRW

Rollstuhltennisspielerin vor einer dunklen, grünen Hecke

Deutsche Meisterschaften in der Para Dressur, im Rollstuhltennis und Sitzvolleyball an einem Wochenende? Das gibt es am kommenden Wochenende (04. bis 07. Juni) in Nordrhein-Westfalen zu sehen, wenn die Wettkämpfe in Balve, Köln-Weiden und Leverkusen ausgetragen werden.

Die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 hat in NRW mit dem Para Sport ein besonderes Argument: Weltweit hat NRW im Para Sport eine Ausnahmestellung und zeigt das auch immer wieder in der Ausrichtung von Sportereignissen. 2025 waren es alleine in den paralympischen Sportarten acht Deutsche Meisterschaften, die in NRW stattgefunden haben und so kommt es auch in diesem Jahr zu einer besonderen Situation.

Foto: Mika Volkmann

Ab Donnerstag werden in Balve die Deutschen Meisterschaften in der Para Dressur ausgetragen. Zwischen Springreitern und Springreiterinnen, Dressur Grand Prix Special und Kür und U25-Grand-Prix ist die Para Dressur ganz inklusiv ins Programm eingebettet und für die NRW-Reiterinnen um die beiden Paralympics-Medaillengewinnerinnen Regine Mispelkamp und Heidemarie Dresing wird es darum gehen, sich für die Heim-Weltmeisterschaft in Aachen vom 19. bis zum 23. August zu empfehlen. Para Dressur-Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer beschreibt die besondere Stimmung in Balve: „Es ist ein Traum, dass unsere Para Reiter zeit- und ortsgleich mit den Regelsportlern ihre Meisterschaften feiern dürfen. Solche Momente vergisst man nie.“

Von Freitag bis Sonntag schlagen beim TC Weiden die NRW-Asse um Britta Wend, Toni Dittmar und Konstantin Voglis bei den deutschen Rollstuhltennis-Meisterschaften auf. Nach fünf Jahren in Leverkusen und jetzt zum vierten Mal in Köln-Weiden ist es die neunte Austragung der DM in Folge im Rheinland – und das ganz inklusiv, weil zeitgleich die Verbandsmeisterschaften des Tennisverbands Mittelrhein stattfinden. „Die Rollstuhltennis-DM ist etwas ganz Besonderes, weil sie nicht nur viele sportliche Höhepunkte hat und die Besten unseres Landes in dieser fantastischen Sportart ermittelt, sondern auch weil es sich um ein inklusives Sport-Wochenende handelt, bei dem Tennisspieler*innen und Fans mit und ohne Behinderung zusammenkommen“, sagt Bundestrainer Niklas Höfken. Los geht’s am Freitag ab 10 Uhr, der Eintritt ist an allen drei Spieltagen frei, die Finals sind für Sonntag, 7. Juni, ab ungefähr 11 Uhr angesetzt.

Unweit von Köln-Weiden haben die besten Sitzvolleyballerinnen und Sitzvolleyballer des Landes am Samstag und Sonntag in Leverkusen dann die Gelegenheit, sich den DM-Titel zu schnappen. Der heimische TSV Bayer 04 ist im Mixed-Wettbewerb mit zwei Mannschaften vertreten und als Rekordmeister immer für einen Erfolg gut, bei den Frauen möchten die Leverkusenerinnen den Pokal zurück ins Rheinland holen, nachdem im vergangenen Jahr Potsdam erstmals gewinnen konnte. Für alle geht es auch darum, sich für die WM im chinesischen Hangzhou Mitte Juli ins Schaufenster zu bringen, schließlich gibt es dort die erste Qualifikations-Möglichkeit für die Paralympics 2028 in Los Angeles. Im Mixed-Wettbewerb gibt es zwei Vorrundengruppen, die jeweils Erst- und Zweitplatzierten spielen in einer Vierer-Runde den Titel aus. Bei den Frauen gibt es nach zwei Runden Jeder-gegen-Jeden am Sonntag um 13 Uhr das Finale der zwei besten Mannschaften.

Nach dem Wochenende ist auch noch nicht Schluss mit Para Sport in NRW: Neben der bereits erwähnten Heim-WM in der Para Dressur in Aachen spielen vom 3. bis zum 5. Juli die Rollstuhlbasketballerinnen in Dortmund den DM-Titel aus, die Para Bogensport-DM findet in Hamm am 22. und 23. August statt. Der finale Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga ist am 11. und 12. September in Essen, nachdem gerade in Dortmund Station gemacht wurde. Am 20. Juni springen beim Tag der Überflieger in Essen die besten Para Weitspringerinnen und -springer durch die Lüfte, am 5. Juli sind die Handicap Open im Para Tischtennis in Düsseldorf und am 18. Juli das international renommierte Para Leichtathletik Heimspiel in Leverkusen sowie vom 20. bis 23. August der Nations Cup Cologne im Rollstuhlbasketball.

„In NRW wird Para Sport minütlich gelebt, nirgendwo sonst gibt es eine solche Vielfalt an Para Sport-Ereignissen“, sagt BRSNW-Geschäftsführer Michael Nordhaus: „Das unterscheidet uns mit Blick auf KölnRheinRuhr und eine deutsche Olympia- und Paralympics-Bewerbung auch von allen Mitbewerbern. Wer selbst Para Sport ausprobieren möchte, kann sich jederzeit bei unseren Talentscouts melden, die alle selbst aus dem Leistungssport kommen – oder einfach vom 23. bis 26. September in unserem BRSNW-Sportcenter in Düsseldorf auf der Rehacare vorbeischauen.“